Autorenlesung zum 8. März
Etwas ungewöhnlich für den Frauentag die Lesung eines Mannes. Arnold Pistiak stellte Texte aus seinen Bücher über zwei Frauen vor, Emma aus Preussen und Anna-Maria, eine Arbeiterin aus der DDR. Die Charaktere sind fiktiv, aber sie haben Vorbilder in starken Frauen, die in Pistiaks Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Aus ihrer Perspektive erzählt er sozusagen „Geschichte(n) von unten“ mit einem starken Lokalbezug zu Berlin und der Brandenburgischen Provinz. Frauen, die mit den Gegebenheiten ihrer jeweiligen Zeit konfrontiert sind und darin leben.


Vorlesewettbewerb
Nicht direkt eine Veranstaltung des Fördervereins war der diesjährige Vorleserwettbewerb der Bibliothek. Aber wir durften die Veranstaltung im Hintergrund begleiten.
Unter dem Motto „Meine Superkraft: Vorlesen“ findet aktuell der 67. Vorlesewettbewerb statt. Über mehrere Etappen führt der Wettbewerb Sechstklässlerinnen und Sechstklässler bis zum bundesweiten Finale im Juni. Für das Gebiet Havelland-Ost hieß es am 18.Februar 2026 in Falkensee: Der Kreisentscheid ruft! Insgesamt 14 Siegerinnen und Sieger der vorangegangenen Schulentscheide lasen jeweils drei Minuten lang in der Stadtbibliothek Falkensee vor Publikum um die Wette. Sie vertraten dabei Schulen aus Falkensee, Nauen, Wustermark, Brieselang, Dallgow-Döberitz sowie Schönwalde-Glien. In der vierköpfigen Jury saßen unter anderem Altbürgermeister Heiko Müller sowie die regional bekannte Autorin Dorothea Flechsig (bekannt u.a. für „Sandor“ und „Das unsterbliche Nashorn“). Ihnen oblag die kniffelige Aufgabe, alle Beiträge nach vorgegebenen Kriterien zu bewerten und den oder die Kreissieger bzw. Kreissiegerin zu küren.
Als Siegerin ging Hazal Camlioglu, eine Schülerin der Geschwister-Scholl-Grundschule Falkensee, aus dem Wettbewerb hervor. Auch die anderen Schülerinnen und Schüler begeisterten das Publikum, doch nur die Siegerin des Kreisentscheids qualifiziert sich für den nachfolgenden Entscheid.
Als Erinnerung und Anerkennung für ihren Schulsieg gab es für alle eine Teilnahmeurkunde sowie das Buch „Rocky Winterfeld“ von Marie Hüttner (Thienemann Verlag, 2025). Die Jury und Bürgermeister Heiko Richter wünschen der Gewinnerin Hazal Camlioglu viel Erfolg für den bevorstehenden Bezirksentscheid.
Dem schließen wir uns gern an.


Hazal Camioglu, die spätere Siegerin und die gesamte Gruppe der Teilnehmer*innen

Poetry Slam
Unsere FSJ-lerin, Kendra Hoff, hat am 14. Februar 2026 als ihre Projektarbeit in den Räumen der Stadtbibliothek einen Poetry Slam veranstaltet. Lange sah es so aus, als würde er nicht stattfinden, doch dann wurde er ein voller Erfolg.
Der Raum der Kinderbibliothek platzte aus allen Nähten, als immer mehr Besuchende kamen, um sich anzugucken, was es mit dem Poetry Slam auf sich hatte. Am Ende saßen die Jüngsten ganz vorne direkt vor den Teilnehmenden und guckten zu ihnen auf, während diese ihre Texte teilten. Sechs Beiträge wurden in der ersten Runde vorgetragen, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Von Texten in klassischer Gedichtform über das Älterwerden bis hin zu Kurzgeschichten über einen Riss in der Straße oder das Retten von Lebensmitteln war alles mit dabei. Die Teilnehmenden, die alle aus sehr unterschiedlichen Altersklassen kamen, trugen ihre Texte souverän vor und begeisterten das Publikum. Nach einer kleinen Pause mit Popcorn, Getränken und netten Gesprächen durften drei Personen nochmal auf die „Bühne“. Am Ende gewann die 15-jährige Emma, die in der zweiten Runde einen Kapitelauszug vorlas, in dem es um eine ukrainische Hilfsärztin in Charkiw ging, die einen verletzten russischen Soldaten findet. Emma erhielt einen Pokal und genauso wie die anderen Teilnehmenden auch eine kleine Auszeichnung auf Papier.
Es wurde gelacht, gestaunt, geschwiegen und ganz viel applaudiert. Zum Schluss konnten hoffentlich alle Anwesenden mit einem warmen Gefühl im Bauch in ihren Samstagabend verabschiedet werden.
Hier ein paar Bilder von dieser wirklich schönen und unrwartet gut besuchten Veranstaltung. Dank an unsere FSJ-lerin Kendra Hoff. .





























Fotoausstellung und Vortrag
Freitag, 14.11.2025, 18:30 Uhr
im Musiksaal im BBZ, Am Gutspark 4
Berliner Mauerradweg & Europa-Radweg Eiserner Vorhang
Michael Cramer: Geschichte, Politik, Natur und Kultur in Europa mit dem Rad erfahren
Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem ADFC und dem Förderverein. In den Räumen der Stadtbibliothek ist aktuell eine Fotoausstellung zum Thema zu sehen.


Freitag, 24.10.2025
Tag der Bibliotheken erstmals in Falkensee begangen
Am Freitag, dem 24.10., fand der „Tag der Bibliotheken“ statt, der seit 30 Jahren deutschlandweit begangen wird, um die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung und Herausforderungen von Bibliotheken zu lenken.
In Falkensee wurde dieser Tag erstmals begangen. Dazu hatten sich die vier städtischen Kultureinrichtungen und ihre Fördervereine zusammengetan und ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Die Mitarbeiterinnen des Hauses hatten ein Bilderbuchkino vorbereitet und die Kinder bauten ihre Traum-Bibliothek mit Lego, um die Zukunft der Bibliothek zu erörtern. Dies stand im Zusammenhang mit einer Aktion der Stadtverwaltung zum gleichen Thema. Martin (10) kommentierte seinen Entwurf: „Eine Bibliothek im Grünen mit großen Pflanzen neben dem Sessel.“ Sehr zahlreich besucht war die Origami-Werkstatt des Hauses am Anger. Die Ergebnisse der Schreibwerkstatt des Johannes-R.-Becher-Hauses wurden vorgestellt, gefolgt von einem Vortrag des Museums und der Galerie über Dallgow-Döberitz mit Blick auf das Olympische Dorf und den alten Standort Döberitz.
Das Haus war gut gefüllt. Es waren Kinder mit ihren Eltern und Erwachsene aller Altersgruppen anwesend. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden machten deutlich, dass es ein gelungener Tag mit zufriedenen Gästen war, die vor allem von den interessanten Beiträgen und der guten Atmosphäre angetan waren.
In einer abschließenden Diskussionsrunde, zu der Stadtverordnete der SPD, der CDU, der GRÜNEN und der Freien Wähler gekommen waren, wurde nochmals klar, dass die Falkenseer Bibliothek dringend mehr Platz benötigt, um den Bildungsansprüchen einer 46.000 Einwohner zählenden Stadt an eine moderne Bibliothek gerecht zu werden. Es fehlt an Personal, um durchgehende Öffnungszeiten abzudecken, an Raum und besonders an Barrierefreiheit, damit die Angebote von allen Falkenseer*innen genutzt werden können.
Derzeit ist nur das Erdgeschoss mit dem Rollstuhl erreichbar. Frau Boll, Stadtverordnete und Rollstuhlfahrerin, musste die Treppe hochgetragen werden, um an den Veranstaltungen teilnehmen zu können. Sie dann wieder die halbe Treppe in den sogenannten „Jugendraum“ hinunterzutragen, war wegen der Enge der Treppe nicht möglich (siehe Fotos).
Die Diskussionsrunde war sich einig, dass
- die Standortfrage für die neue Bibliothek schnellstens geklärt werden muss,
- der Bürgermeister seine Bemühungen hier erhöhen sollte,
- weiter in den aktuellen Standort investiert werden sollte, insbesondere in das Personal, um bis dahin das bestmögliche Angebot vor Ort realisieren zu können, und die Barrierefreiheit.
- eine Aufwertung des Campusplatzes sowohl für die Bibliothek als auch nachfolgende Nutzer von Vorteil sei (eine Studie zu den Möglichkeiten liegt ja bereits vor).
- ein Plan bzw. Kulturkonzept erarbeitet werden sollte.
Ein paar Bilder vom Tag









Sonntag, 12.10.2025, 17:00 – 20.00 Uhr in der Stadtbibliothek
Ein Abend in Venedig – Fotoausstellung, Tanz und italienische Lesekultur in der Stadtbibliothek
Abschlussabend zur Fotoausstellung
Die Gruppe Bella Vista Italia lud zu einem besonderen Kulturabend in die Stadtbibliothek Falkensee ein. Unter dem Motto „Ein Abend in Venedig“ sahen die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm aus Fotokunst, Tanz, italienischer Lebensfreude und literarischen Genüssen.
Wir haben ein paar Bilder von diesem pitoresken Abend:







21.September 2025
Das Theaterensemble „Die Gorillas“ spielt seit 1997 in Berlin in vielfältiger Weise Improvisationstheater. „Wir versuchen mit der Philosophie der Improvisation – Akzeptanz, Vertrauen, Ja-Sagen, Flexibilität, Zuhören und Weiterführen der Ideen des Anderen – unterhaltsame, theatrale Erlebnisse mit dem Ziel zu erschaffen, das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu beleben und zu verbessern. Wir erarbeiten Methoden, um Improvisation in sozialen, inter- kulturellen, therapeutischen, bildenden und Gemeinwohl fördernden Zusammenhängen nachhaltig zu verankern“. So stellt sich das Ensemble auf seiner Homepage vor. Und so war es beim Stadtevent 2025 im Spielort Stadtbibliothek: Improvisationstheater mit den Gorillas ist hautnah, unmittelbar, überraschend, lebendig und immer einmalig. Drei ausverkaufte Vorstellungen, die viel Spaß gemacht haben.





GG

Buchvorstellung und konzertante Lesung –
06.07.2025 in der Stadtbibliothek Falkensee
Alan Posener: A Shot of Love, Fünfzig Interpretationen bekannter und weniger bekannter Songs von Bob Dylan, Lukas Verlag , Berlin 2024.
Alan Posener ist studierter Germanist und Anglist und war, wie er schreibt, Gymnasiallehrer, der jahrelang versucht hat, seinen Schülerinnen und Schülern beizubringen, was gute Literatur ist. Während der Lockdowns in der Corona-Zeit hat er gemeinsam mit seiner Frau Maria begonnen, täglich ein Gedicht zu interpretieren. Lassen sich Dylan-Songs überhaupt wie Gedichte analysieren? Ohne die Musik? Aus den fünfzig im Buch versammelten Liedern hat Posener für die Veranstaltung des Fördervereins der Bibliothek Falkensee am 6. Juli 2025 wiederum neun Stücke ausgewählt. Er spielte und sang sie zusammen mit Peter Gentsch und Hans-Günter Scheunemann von der Band Jumpin‘ Pete & Berlin All-Stars und interpretierte ihre Texte auf eine sehr persönliche und unterhaltsame Weise. Liebe, Zorn, Bewunderung, Kritik, Leidenschaft und Hoffnung schienen darin auf. Ich glaube, die Schülerinnen und Schüler haben etwas verloren, als Posener den Schuldienst verlassen hat.
Es war eine Veranstaltung von und für Menschen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren jung waren. Leider fehlten junge Gäste im Publikum. Dabei haben heutige Diskurse um Individualität und Konformität, um Liebe und Hass, um Gewalt und Herrschaft, um Religion, Verführung und Orientierung, um Sinn und Leere, um Lüge und Wahrheit ihre Wurzeln in der Zeit, in der Dylans Lieder entstanden sind und en vogue waren. All das lässt sich in Dylans Lyrik wiederfinden. Vielleicht braucht es einen Abstand von einem halben Jahrhundert für einen immersiven Blick darauf. Wenn wir aktuell eine Art Kulturkampf von Rechts gegen die Errungenschaften der „Alt-68er” erleben, kann eine klare Analyse der eigenen Geschichte und Kultur nicht schaden. Sehr unterhaltsam war es.









GG.
