Was schon war

2. Veranstaltung der Reihe „Falkensee liest international“

Passend zum „Tag der Bibliotheken” stellte Merve aus der Türkei die Sicht einer Katze auf das Bücherlesen ihres Menschen vor. So heiter-absurd begann am 24. Oktober im Musiksaal die zweite Veranstaltung unserer Reihe „Falkensee liest international“.

Wir waren aus der Enge des Bibliotheksgebäudes ins Nachbargebäude umgezogen, in den Musiksaal direkt gegenüber. Während wir im Kinderraum der Bibliothek stets auf 40 Stuhlplätze beschränkt sind, hatten die Hausmeister hier 70 Stühle aufgestellt. Mit fast 80 Gästen mussten weitere Stühle dazugestellt werden. Unsere Überlegung, einen größeren Raum zu buchen, war also goldrichtig, denn diesmal hätten wir vielen Interessierten absagen müssen.


Dennoch blieb auch Platz für ein Buffet mit Kaffee und Kuchen, kleinen Snacks und Getränken. Es war nicht ganz leicht, den etwas kahl wirkenden Musiksaal wohnlich zu gestalten. Die Bibliothek hatte uns jedoch ein kleines fahrbares Bücherregal mitgegeben und einige private Tischlampen spendeten freundliches Licht. Ein Transparent zeigte, dass es sich um eine Veranstaltung des Fördervereins in Kooperation mit der Bibliothek handelte.

Es blieb nicht bei der Fröhlichkeit des ersten Beitrags. Halina, die in Polen geboren wurde und seit Langem in Deutschland lebt, trug ein russisches Märchen von Zbigniew Herbert und ein Gedicht von Wisława Szymborska mit dem Titel „Nichts geschieht ein zweites Mal“ vor. In dem Märchen ging es um das Ende des Stalinismus in Russland, in dem Gedicht schwangen Schönheit und Trauer über die Vergänglichkeit mit.


Liliane verbrachte ihre Kindheit in Madagaskar und kam als Au-pair nach Deutschland. Ihr Text, eigentlich ein Lied, war ein Plädoyer für eine gute Bildung für Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft.


Hamede, die aus Afghanistan zu uns gekommen ist, trug Gedichte einer aus ihrem Heimatland stammenden Autorin vor, die heute in Deutschland lebt. Es waren traurige Gedichte über Verlust und das Fehlen von Sonnenschein. Die deutsche Fassung trug Ilona Bubeck vor.


Human aus dem Iran las nicht selbst aus seinem Buch. Das hat Cornelia Kremer in der deutschen Übersetzung übernommen. Es waren sorgfältig ausgewählte Stücke, die von Humans Kriegsgefangenschaft und Folter erzählten. Er sagt, er habe im Gefängnis den Glauben an Gott und die Religion verloren, insbesondere den Islam. Dafür wurde er zum Tod durch Steinigung verurteilt. Er floh aus dem Iran und lebt heute in Deutschland. Mehrfach wurde er aus dem Publikum nach einem zoroastrischen Zitat aus seinem Buch gefragt, das ihm zu einer Art Lebensmotto geworden ist: „Verzeih den anderen, die dir etwas angetan haben, nicht, weil sie dein Verzeihen verdienen, sondern weil du es verdienst, in Frieden zu leben“ (Zaratustra). Eine bemerkenswerte Variante zur christlichen Feindesliebe. Der Zoroastrismus ist in mancher Hinsicht eine Vorgängerreligion des Judentums, des Christentums und des Islam.


Sachkundig und voller Empathie moderierte Agnieszka Sawicki die Veranstaltung, die manchem noch aus der ersten Lesung im Mai bekannt ist.

Wir freuen uns über die zahlreichen Spenden und bedanken uns herzlich dafür. Unser Dank gilt auch der Partnerschaft für Demokratie Falkensee und der Stadtverwaltung.

Im Ergebnis fühlen wir uns in der Wahl des Musiksaals als Veranstaltungsort bestärkt. Der Erfolg des Abends zeigt umso mehr, dass wir eine neue, große und moderne Bibliothek mit einem Veranstaltungsraum brauchen!

Wir freuen uns darauf, diese Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr fortsetzen zu können. Sie ist ein schöner Beitrag zum kulturellen Stadtbild in Falkensee.

Aktionstag „Falkensees Wohnzimmer“

9.Oktober 2026 auf der Brache der alten Stadthalle.

Nein das Wetter war nicht wie gewünscht. Man hätte darauf kommen können. Der Oktober, er ist manchmal so. Aber, Spaß beiseite, wir kannten das Risiko natürlich.

Mit Zelten war schon Vorsorge getroffen gegen Regen. Aber mehr hat uns der Wind dann zu schaffen gemacht.

Es hat der Gemeinschaftlichkeit keinen Abbruch getan. Veranstalter*in war die „AG Mitte“ der Lokalen Agenda. Vertreten war die Europa-Schule, die Lessing-Schule, die ev. Kirchengemeinden Seegefeld und Falkenhagen, der Kirchenkreis Falkensee, der Seniorenbeirat, der Beirat für Menschen mit Behinderung, das Jugendforum, Sielmanns Naturranger, die Rotarier Falkensee, die Märkische Allgemeine Zeitung und der Förderverein der Stadtbibliothek. Fast alle Programmpunkte konnten trotz des Wetters stattfinden, auch wenn ab ca. 17.00 Uhr in die nahegelegene Seegefelder Kirche umgezogen werden musste.

Unter den Ausrichtenden und ihren Organisationen gibt es eine große Einigkeit darüber, dass die Brache der ehemaligen Stadthalle der am besten geeignete Standort für einen Nachfolgebau „Wohnzimmer der Stadt“ darstellt. Dazu gehören als Neubau die Bibliothek mit einem „Lesecafé“ mit Außengastronomie zum Gutspark, die Mensa und weitere Funktionsräume für die Europa-Schule und möglicherweise anderen öffentlichen Einrichtungen. Der südliche Teil des Seegefelder Angers ist der zentrale Platz der Stadt, der gerade mit seiner Anbindung an den Gutspark eine hervorgehobene Gestaltung braucht. Dass er von der Zivilgesellschaft „bespielt“ werden kann – das provisorisch zu zeigen war die Aufgabe des Aktionstages. Und das ist trotz des Wetters gelungen.

Ein paar Bilder haben wir. Gern nehmen wir auch weitere. Bitte per Mail an den Förderverein der Stadtbibliothek.

Das Programm …

11:00 Uhr

Märchenstunde mit Schülern und Schülerinnen der Europaschule und Frau Sarah-Magdalena Kingreen, Superintendentin des Kirchenkreises Havelland *(K)

12:00 Uhr

Auftritt des Orchesters der Lessing-Grundschule *(K)

Das Schulorchester der Lessing- Grundschule unter der Leitung von Peter Stegmann

12:30 Uhr

Lesung ,,Sandor, vom Glück frei zu fliegen“ Dorothea Flechsig liest aus ihrem neuen Kinderbuch *(K)

Frau Flechsig war leider erkrankt und wurde vertreten.

13:30 Uhr

„Nette Nachbarn“. Wer wohnt nebenan?

lnteraktiver Vortrag zur Stadtnatur mit anschließender Erkundung im Gutspark. Sielmanns-Natur-Ranger *(K)

14:00 Uhr

Lesen und Spielen mit den Dittmers und der Diakonin Jana Pommer der ev. Kirchengemeinde 5eegefeld *(K)

14:30 Uhr

Lesung ,,Wagnis Elternschaft“ Für Menschen, die gerne Eltern werden wollen und wissen möchten, was im 1. Jahr auf sie zukommt. Mit Autorin Dorothea Lenkitsch-Gnädinger

15:30 Uhr

Heitere Lesung ,,Warum denn so ernst?“

Mit Dirk Lausch (l.)

16:00 Uhr

Poetryslam mit Schülern und Schülerinnen des Vico-von-Bulow-Gymnasiums

Emma Virks und Paula Riley

16:30 Uhr

Spiel mit dem Fuchs – ein Angebot des Jugendforums

Der Stand des Jugendforums mit leckeren Creps

16:30 Uhr

Heiteres Gedichteraten mit Heiner Hardt und Uwe Pfauder

17:00 Uhr

Fachgespräch „Wie kann man sich die zukünftige Bibliothek vorstellen?“ Journalisten der MAZ interviewen, Frau Beata Schulz, (Leitung Bibliothek) und Hans-Peter Pohl (Leiter Arbeitskreis Bibliothek).

18:00 Uhr

Diskussion „Was sollte auf dem Platz der alten Stadtteile entstehen?“ – ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Schulkonferenz, Herrn Granow, Vertreter*Innen des Fördervereins der Stadtbibliothek und der AG Mitte. Moderation MAZ

Podium und Zuschauer

18:30 Uhr

Abschluss mit Lichteffekten und Gesang, begleitet von den Jettasingers, dem Gospelchor der ev. Kirchengemeinde Seegefeld.

Der Gospelchor der Kirchengemeine Seegefeld

Am Stand des Seniorenbeirats

Der Spiel- und Lesepavillon des Fördervereins der Stadtbibliothek

Der Landkreis Havelland hat am 26.9.26 zum „Tag der Vereine“ eingeladen. Ziel war es, die vielfältigen Vereine der Region besser zu vernetzen und Menschen zur Mitarbeit zu animieren. Bei schönem spätsommerlichem Wetter gab es in der Falkenseer Bahnstraße ein buntes Treiben mit Bühnenprogramm und ca. 40 Ständen.
Der Förderverein der Stadtbibliothek Falkensee war mit einem eigenen Stand vertreten.

Stadtevent 2026

In der Stadtbibliothek trat das Impro-Theater „Die Gorillas“ auf. Das ist fast schon Tradition. Und wie jedes Jahr gab es dreimal viel zu lachen und am Schluss begeisterten Applaus für die beiden SchauspielerInnen.

Der Hausmeister hatte uns dankenswerterweise 52 Stühle in den Raum gequetscht – wenn wir richtig gezählt haben. Dafür an dieser Stelle unseren herzlichen Dank.
Aber es hat sich wieder gezeigt, dass der Veranstaltungsraum, der ja eigentlich die Kinderbibliothek ist, für Veranstaltungen zu klein ist – es ist eben ein ehemaliger Klassenraum der Gutsparkschule. Da passen eben nicht beliebig viele Menschen hinein. Deswegen haben wir wieder viele ZuschauerInnen in spe abweisen müssen.
Wr haben dann Reservierungen für die nachfolgende Vorstellung angenommen – was aber zu Problemen in der nächsten Runde führte.

Genug geschimpft – es war ein schöner Abend, so wie das Stadtevent jedes Jahr eine schöne Bereicherung der kulturellen Landschaft in Falkensee ist. Vielen Dank deswegen an alle, die das organisiert und daran mitgewirkt haben.

Eines Tages ist alles fort.

„Ringelnatz erhellt einem den Tag.“ Als Schüler las ich Ringelnatz. In den späten 1960er oder frühen 1970er Jahren fanden junge Leute die Gedichte von Ringelnatz nicht mehr „cool“, wie man heute vielleicht sagen würde. Aber dem Satz hätte ich zugestimmt.

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in die Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und laß deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiß dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen, als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz

An einem schwülwarmen Junitag las Roland Lampe in der Falkenseer Stadtbibliothek aus seinem Buch „Eines Morgens ist alles fort“, einer Arbeit über die letzte Lebensphase Ringelnatz‘.

Lampe beschäftigt sich unter anderem mit Literaten, die einen Bezug zu seiner berlin-brandenburgischen Heimat haben.

So kam er zu Ringelnatz, der 1934, als er schwer an Tuberkulose erkrankt war, einige Wochen in der Klinik im havelländischen Sommerfeld verbrachte. Auf der Grundlage von Ringelnatz‘ Tagebüchern und Briefen zeichnet Lampe ein Bild der letzten Lebenswochen des Dichters, Kabarettisten und Malers.

Tuberkulose war damals mangels moderner Antibiotika nur indirekt behandelbar. Man setzte weitgehend auf Bestrahlung mit Sonnenlicht, frische Luft und ein gutes Leben, gute Ernährung zur Hebung der körpereigenen Widerstandsfähigkeit. Zwar hatten Albert Calmette und Camille Guérin mit ihrem BCG-Impfstoff im Jahr 1906 erste Erfolge in der Immunisierung gegen Tuberkulose erzielt. Er wurde erstmals am 18. Juli 1921 in Frankreich am Menschen angewendet. Nationalistische Strömungen, die das „Lübecker Impfunglück“ für ihre Zwecke nutzten, verhinderten in Deutschland den weitverbreiteten Gebrauch bis nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die Wikipedia berichtet.

Die Hoffnungen auf Heilung erfüllten sich für Ringelnatz nicht; für ihn wurde die Tuberkulose zur Krankheit zu Tode. Er verstarb am 17. November 1934 im Alter von 51 Jahren in Berlin.

Roland Lampe, Eines Morgens ist alles fort, Findling Verlag, 156 Seiten, ISBN 978-3-933603-87-6

Familienfest im Johannes-R.-Becher-Haus

Beim Familienfest des Johannes-R.-Becher-Hauses am 7.6. war der Förderverein der Stadtbibliothek mit einer Mal- und Spiele-Aktion vertreten. Hier ein paar Bilder.

Vorlesezelt

Das Lokale Bündnis für Familie hat am Kindertag, dem 31. Mai, gemeinsam mit dem ASB, dem KiKuk und der WGF zu einem Kinderfest am Familiencafé Falkenhorst eingeladen. Der Förderverein der Stadtbibliothek war mit einem Vorlesezelt vor Ort. Unser Dank gilt allen, die mitgemacht haben.
Hier ein paar Bilder:

29.Mai 2026: Falkensee liest international

Im Rahmen der Demokratiewoche haben wir am 29. Mai die Auftaktveranstaltung einer Reihe mit dem Titel „Falkensee liest international“ ausgerichtet. In Falkensee leben Menschen aus mehr als 100 Nationen, „die halbe Welt“. Dies nahmen wir zum Anlass, uns für diese Menschen und ihre Literatur zu interessieren. Die Idee ist, dass die Menschen, die aus „aller Welt“ zu uns gekommen sind, etwas mitbringen, das für uns relevant und wertvoll ist – unter anderem ihre Literatur, aber auch ihre Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen. Und natürlich wollten – und wollen – wir etwas gegen die grassierende Xenophobie setzen, die inzwischen bis in die Mitte der Gesellschaft reicht.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht. In den kleinen Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek passen nur rund 40 Personen. Wir mussten einigen Interessierten absagen.

Es waren keine Profis, die sich und ihre Literatur unter der fachkundigen Moderation von Sylvia Hoffmann vorstellten. Die Texte – zwei Biografien, eine Kolumne und ein Gedicht – wurden zunächst in der jeweiligen Muttersprache und dann auf Deutsch vorgetragen.  

Donny Wang stellte die Biographie ihres Großvaters vor, in der sich die Geschichte der Welt im 20. Jahrhundert zwischen China, Amerika und Europa widerspiegelt.

Beran Ergül, selbst Kurde und aus der Türkei geflüchtet, las aus den Memoiren von Musa Anter, einem Kurden aus der Türkei, der sich für die Rechte der Kurden dort eingesetzt hat und 1992 ermordet worden ist.

Agnieszka Sawicki las ein Gedicht der polnischen Literaturpreisträgerin Wisława Szymborska mit dem Titel „Jacy´s ludzie (Irgendwelche Leute)“, in dem es um das Schicksal von Flüchtlingen geht, die vor einem unbestimmten Konflikt fliehen und auf ihrer Flucht ihr Hab und Gut zurücklassen müssen.  

Soledad Rodriguez aus Argentinien las eine Kolumne aus der Zeitschrift El País, in der es um das Kneten des Brots ging, im wörtlichen wie im metaphorischen Sinn, also um Leben, Arbeit, Mühe, Routine und vieles mehr.

Es waren größtenteils historische Texte und Inhalte, die aber leider auch heute noch große Brisanz haben: Wiederkehrende Themen waren unter anderem die Verfolgung Andersdenkender, Intoleranz, Lebenssorgen, die Sehnsucht nach Wahrheit und der Wunsch, in Frieden und Sicherheit das eigene Leben zu führen.

Lesung am 12.04.26: Gregor Höppner, Das Polenhaus

Nachdem uns Gregor Höppner mit seinem Debutroman „Le nom Perdu“ verzaubert hatte, war er nun mit seinem Buch „Das Polenhaus“ das zweite Mal zu Gast.

2014 beginnt der französische Journalist Stèphane in der Dordogne ein verfallenes Bauernhaus wieder aufzubauen. Er hatte sich zehn Jahre zuvor mit seiner damaligen großen Liebe darin verguckt. Dieses Unterfangen stellt sein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf. Gleichzeitig kommt er dabei der Geschichte des „Polenhauses“, wie es von den Einheimischen genannt wird, auf die Spur.

Was hat es damit auf sich?

Die polnischstämmige Theresa, eine der Hauptfiguren, lebte einst dort. Ihre Lebensgeschichte wird spannend und sehr einfühlsam erzählt: „Menschen nahe zu kommen, wo ich ein Anliegen habe.“ Das ist Gregor Höppner im Buch hervorragend gelungen. Zusammen mit seinem Neffen Ruben Höppner, Inhaber des Anthea Verlages, brachten beide in lebhaften Dialogen diese Anliegen auf den Punkt: So wurden wir in die Zeit um den ersten Weltkrieg entführt und erfuhren durch Theresa und Landsleute von ihrem Los, als Arbeiter/innen in der Landwirtschaft in Frankreich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eindrucksvoll erzählt Gregor Höppner von ihrem Alltag, aber auch von den Gefühlen, die sie in der Fremde umtreiben. Dabei werden Fragen von Glaube, Religion, Frömmigkeit, Rollenverständnis angesprochen. Parallelen zur Gegenwart finden sich bei dem Thema Krieg und Frieden ebenso wie bei Gewalt gegen Frauen.

Wegsehen oder handeln? Der Roman geht nicht nur weit zurück und spannt einen Bogen durch zwei parallele Handlungsstränge. Er geht vor allem in die Tiefe und macht dadurch die Personen so authentisch und das Geschehene lebendig.

Unserer Einladung waren zwanzig Gäste gefolgt, die im Anschluss an die Lesung Fragen stellen und Bücher mit einer persönlichen Widmung erwerben konnten.

Wir danken der Europa Union, vertreten durch Herrn Moos, für ihre finanzielle Unterstützung.

Es war ein sehr unterhaltsamer und bewegender Nachmittag.

Cornelia Kremer 

Autorenlesung zum 8. März

Etwas ungewöhnlich für den Frauentag die Lesung eines Mannes. Arnold Pistiak stellte Texte aus seinen Bücher über zwei Frauen vor, Emma aus Preussen und Anna-Maria, eine Arbeiterin aus der DDR. Die Charaktere sind fiktiv, aber sie haben Vorbilder in starken Frauen, die in Pistiaks Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Aus ihrer Perspektive erzählt er sozusagen „Geschichte(n) von unten“ mit einem starken Lokalbezug zu Berlin und der Brandenburgischen Provinz. Frauen, die mit den Gegebenheiten ihrer jeweiligen Zeit konfrontiert sind und darin leben.

Vorlesewettbewerb

Nicht direkt eine Veranstaltung des Fördervereins war der diesjährige Vorleserwettbewerb der Bibliothek. Aber wir durften die Veranstaltung im Hintergrund begleiten.

Unter dem Motto „Meine Superkraft: Vorlesen“ findet aktuell der 67. Vorlesewettbewerb statt. Über mehrere Etappen führt der Wettbewerb Sechstklässlerinnen und Sechstklässler bis zum bundesweiten Finale im Juni. Für das Gebiet Havelland-Ost hieß es am 18.Februar 2026 in Falkensee: Der Kreisentscheid ruft! Insgesamt 14 Siegerinnen und Sieger der vorangegangenen Schulentscheide lasen jeweils drei Minuten lang in der Stadtbibliothek Falkensee vor Publikum um die Wette. Sie vertraten dabei Schulen aus Falkensee, Nauen, Wustermark, Brieselang, Dallgow-Döberitz sowie Schönwalde-Glien. In der vierköpfigen Jury saßen unter anderem Altbürgermeister Heiko Müller sowie die regional bekannte Autorin Dorothea Flechsig (bekannt u.a. für „Sandor“ und „Das unsterbliche Nashorn“). Ihnen oblag die kniffelige Aufgabe, alle Beiträge nach vorgegebenen Kriterien zu bewerten und den oder die Kreissieger bzw. Kreissiegerin zu küren. 

Als Siegerin ging Hazal Camlioglu, eine Schülerin der Geschwister-Scholl-Grundschule Falkensee, aus dem Wettbewerb hervor. Auch die anderen Schülerinnen und Schüler begeisterten das Publikum, doch nur die Siegerin des Kreisentscheids qualifiziert sich für den nachfolgenden Entscheid.

Als Erinnerung und Anerkennung für ihren Schulsieg gab es für alle eine Teilnahmeurkunde sowie das Buch „Rocky Winterfeld“ von Marie Hüttner (Thienemann Verlag, 2025). Die Jury und Bürgermeister Heiko Richter wünschen der Gewinnerin Hazal Camlioglu viel Erfolg für den bevorstehenden Bezirksentscheid.  
Dem schließen wir uns gern an.

Hazal Camioglu, die spätere Siegerin und die gesamte Gruppe der Teilnehmer*innen

Poetry Slam

Unsere FSJ-lerin, Kendra Hoff, hat am 14. Februar 2026 als ihre Projektarbeit in den Räumen der Stadtbibliothek einen Poetry Slam veranstaltet. Lange sah es so aus, als würde er nicht stattfinden, doch dann wurde er ein voller Erfolg.

Der Raum der Kinderbibliothek platzte aus allen Nähten, als immer mehr Besuchende kamen, um sich anzugucken, was es mit dem Poetry Slam auf sich hatte. Am Ende saßen die Jüngsten ganz vorne direkt vor den Teilnehmenden und guckten zu ihnen auf, während diese ihre Texte teilten. Sechs Beiträge wurden in der ersten Runde vorgetragen, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Von Texten in klassischer Gedichtform über das Älterwerden bis hin zu Kurzgeschichten über einen Riss in der Straße oder das Retten von Lebensmitteln war alles mit dabei. Die Teilnehmenden, die alle aus sehr unterschiedlichen Altersklassen kamen, trugen ihre Texte souverän vor und begeisterten das Publikum. Nach einer kleinen Pause mit Popcorn, Getränken und netten Gesprächen durften drei Personen nochmal auf die „Bühne“. Am Ende gewann die 15-jährige Emma, die in der zweiten Runde einen Kapitelauszug vorlas, in dem es um eine ukrainische Hilfsärztin in Charkiw ging, die einen verletzten russischen Soldaten findet. Emma erhielt einen Pokal und genauso wie die anderen Teilnehmenden auch eine kleine Auszeichnung auf Papier.

Es wurde gelacht, gestaunt, geschwiegen und ganz viel applaudiert. Zum Schluss konnten hoffentlich alle Anwesenden mit einem warmen Gefühl im Bauch in ihren Samstagabend verabschiedet werden.

Hier ein paar Bilder von dieser wirklich schönen und unrwartet gut besuchten Veranstaltung. Dank an unsere FSJ-lerin Kendra Hoff. .

Fotoausstellung und Vortrag

Freitag, 14.11.2025, 18:30 Uhr

im Musiksaal im BBZ, Am Gutspark 4

Berliner Mauerradweg & Europa-Radweg Eiserner Vorhang

Michael Cramer: Geschichte, Politik, Natur und Kultur in Europa mit dem Rad erfahren

Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem ADFC und dem Förderverein. In den Räumen der Stadtbibliothek ist aktuell eine Fotoausstellung zum Thema zu sehen.

Freitag, 24.10.2025

Tag der Bibliotheken erstmals in Falkensee begangen

Am Freitag, dem 24.10., fand der „Tag der Bibliotheken“ statt, der seit 30 Jahren deutschlandweit begangen wird, um die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung und Herausforderungen von Bibliotheken zu lenken.

In Falkensee wurde dieser Tag erstmals begangen. Dazu hatten sich die vier städtischen Kultureinrichtungen und ihre Fördervereine zusammengetan und ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Die Mitarbeiterinnen des Hauses hatten ein Bilderbuchkino vorbereitet und die Kinder bauten ihre Traum-Bibliothek mit Lego, um die Zukunft der Bibliothek zu erörtern. Dies stand im Zusammenhang mit einer Aktion der Stadtverwaltung zum gleichen Thema. Martin (10) kommentierte seinen Entwurf: „Eine Bibliothek im Grünen mit großen Pflanzen neben dem Sessel.“ Sehr zahlreich besucht war die Origami-Werkstatt des Hauses am Anger. Die Ergebnisse der Schreibwerkstatt des Johannes-R.-Becher-Hauses wurden vorgestellt, gefolgt von einem Vortrag des Museums und der Galerie über Dallgow-Döberitz mit Blick auf das Olympische Dorf und den alten Standort Döberitz.

Das Haus war gut gefüllt. Es waren Kinder mit ihren Eltern und Erwachsene aller Altersgruppen anwesend. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden machten deutlich, dass es ein gelungener Tag mit zufriedenen Gästen war, die vor allem von den interessanten Beiträgen und der guten Atmosphäre angetan waren.

In einer abschließenden Diskussionsrunde, zu der Stadtverordnete der SPD, der CDU, der GRÜNEN und der Freien Wähler gekommen waren, wurde nochmals klar, dass die Falkenseer Bibliothek dringend mehr Platz benötigt, um den Bildungsansprüchen einer 46.000 Einwohner zählenden Stadt an eine moderne Bibliothek gerecht zu werden. Es fehlt an Personal, um durchgehende Öffnungszeiten abzudecken, an Raum und besonders an Barrierefreiheit, damit die Angebote von allen Falkenseer*innen genutzt werden können.

Derzeit ist nur das Erdgeschoss mit dem Rollstuhl erreichbar. Frau Boll, Stadtverordnete und Rollstuhlfahrerin, musste die Treppe hochgetragen werden, um an den Veranstaltungen teilnehmen zu können. Sie dann wieder die halbe Treppe in den sogenannten „Jugendraum“ hinunterzutragen, war wegen der Enge der Treppe nicht möglich (siehe Fotos).

Die Diskussionsrunde war sich einig, dass

  • die Standortfrage für die neue Bibliothek schnellstens geklärt werden muss,
  •  der Bürgermeister seine Bemühungen hier erhöhen sollte,
  •  weiter in den aktuellen Standort investiert werden sollte, insbesondere in das Personal, um bis dahin das bestmögliche Angebot vor Ort realisieren zu können, und die Barrierefreiheit.
  • eine Aufwertung des Campusplatzes  sowohl für die Bibliothek als auch nachfolgende Nutzer von Vorteil sei (eine Studie zu den Möglichkeiten liegt ja  bereits vor).
  • ein Plan bzw. Kulturkonzept erarbeitet werden sollte.

Ein paar Bilder vom Tag

Sonntag, 12.10.2025, 17:00 – 20.00 Uhr in der Stadtbibliothek

Ein Abend in Venedig – Fotoausstellung, Tanz und italienische Lesekultur in der Stadtbibliothek

Abschlussabend zur Fotoausstellung

Die Gruppe Bella Vista Italia lud zu einem besonderen Kulturabend in die Stadtbibliothek Falkensee ein. Unter dem Motto „Ein Abend in Venedig“ sahen die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm aus Fotokunst, Tanz, italienischer Lebensfreude und literarischen Genüssen.

Wir haben ein paar Bilder von diesem pitoresken Abend:

21.September 2025

Das Theaterensemble „Die Gorillas“ spielt seit 1997 in Berlin in vielfältiger Weise Improvisationstheater. „Wir versuchen mit der Philosophie der Improvisation – Akzeptanz, Vertrauen, Ja-Sagen, Flexibilität, Zuhören und Weiterführen der Ideen des Anderen – unterhaltsame, theatrale Erlebnisse mit dem Ziel zu erschaffen, das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu beleben und zu verbessern. Wir erarbeiten Methoden, um Improvisation in sozialen, inter- kulturellen, therapeutischen, bildenden und Gemeinwohl fördernden Zusammenhängen nachhaltig zu verankern“. So stellt sich das Ensemble auf seiner Homepage vor. Und so war es beim Stadtevent 2025 im Spielort Stadtbibliothek: Improvisationstheater mit den Gorillas ist hautnah, unmittelbar, überraschend, lebendig und immer einmalig. Drei ausverkaufte Vorstellungen, die viel Spaß gemacht haben.

GG

Buchvorstellung und konzertante Lesung –

06.07.2025 in der Stadtbibliothek Falkensee

Alan Posener: A Shot of Love, Fünfzig Interpretationen bekannter und weniger bekannter Songs von Bob Dylan, Lukas Verlag , Berlin 2024.

Alan Posener ist studierter Germanist und Anglist und war, wie er schreibt, Gymnasiallehrer, der jahrelang versucht hat, seinen Schülerinnen und Schülern beizubringen, was gute Literatur ist. Während der Lockdowns in der Corona-Zeit hat er gemeinsam mit seiner Frau Maria begonnen, täglich ein Gedicht zu interpretieren. Lassen sich Dylan-Songs überhaupt wie Gedichte analysieren? Ohne die Musik? Aus den fünfzig im Buch versammelten Liedern hat Posener für die Veranstaltung des Fördervereins der Bibliothek Falkensee am 6. Juli 2025 wiederum neun Stücke ausgewählt. Er spielte und sang sie zusammen mit Peter Gentsch und Hans-Günter Scheunemann von der Band Jumpin‘ Pete & Berlin All-Stars und interpretierte ihre Texte auf eine sehr persönliche und unterhaltsame Weise. Liebe, Zorn, Bewunderung, Kritik, Leidenschaft und Hoffnung schienen darin auf. Ich glaube, die Schülerinnen und Schüler haben etwas verloren, als Posener den Schuldienst verlassen hat.

Es war eine Veranstaltung von und für Menschen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren jung waren. Leider fehlten junge Gäste im Publikum. Dabei haben heutige Diskurse um Individualität und Konformität, um Liebe und Hass, um Gewalt und Herrschaft, um Religion, Verführung und Orientierung, um Sinn und Leere, um Lüge und Wahrheit ihre Wurzeln in der Zeit, in der Dylans Lieder entstanden sind und en vogue waren. All das lässt sich in Dylans Lyrik wiederfinden. Vielleicht braucht es einen Abstand von einem halben Jahrhundert für einen immersiven Blick darauf. Wenn wir aktuell eine Art Kulturkampf von Rechts gegen die Errungenschaften der „Alt-68er” erleben, kann eine klare Analyse der eigenen Geschichte und Kultur nicht schaden. Sehr unterhaltsam war es.

GG.