Integrierte Kulturstrategie für die Stadt Falkensee

Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, eine integrierte Kulturstrategie für die Stadt Falkensee zu erarbeiten und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen. Die Strategie baut auf der bereits durchgeführten SWOT-Analyse der vier städtischen Kultureinrichtungen auf und umfasst folgende Aspekte:

  1. Entwicklung der Marke „Kulturstadt Falkensee“ und Ableitung einer übergeordneten Kulturstrategie sowie Verankerung der Kulturentwicklung in den Leitlinien der Stadtplanung, insbesondere im Hinblick auf Teilhabe, Diversität und Bildung im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs), vor allem Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden sowie Ziel 4: Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  2. Stärkung und Entwicklung der städtischen Kultureinrichtungen durch:
  3. Konkrete Entwicklungsziele für jede Einrichtung sowie Strategien zur Stärkung der individuellen Profile
  4. Identifikation weiterer Standorte (z.B. Geschichtspark, Gertrud-Kolmar-Haus)
  5. Personalentwicklung in den Kultureinrichtungen sowie in der Kernverwaltung
  6. Maßnahmen zur baulichen und funktionalen Weiterentwicklung, inkl.:
  7. Sanierung und energetische Optimierung
  8. -Bauliche und räumliche Erweiterung
  9. -Barrierefreiheit
  10. Identifikation möglicher Fördermittel und Erstellung einer Zeitplanung
  11. Maßnahmen zur Außenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Marke „Kulturstadt“
  12. Systematische Erfassung, Nutzung und Verstetigung von Synergien:
    − zwischen den Einrichtungen,
    − mit freien Trägern und ehrenamtlichen Angeboten,
    − mit Schulen, Kitas, Jugend- und Senioreneinrichtungen
  13. Stärkung und Förderung der freien und ehrenamtlichen Kulturszene durch:
  14. Entwicklung transparenter Förderkriterien sowie geeigneter Unterstützungsstrukturen für ehrenamtliche und freie Kulturschaffende
  15. Bereitstellung niedrigschwellig zugänglicher Räume und Ressourcen (z. B.temporäre Nutzung öffentlicher Flächen/Räume, Materialpools, Mikrofonds)
  16. Erarbeitung eines kommunalen Konzepts für Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau, unter Einbindung lokaler Akteur*innen und unter Berücksichtigung gestalterischer, kultureller und identitätsstiftender Aspekte
  17. Vernetzungsformate zwischen freier Szene, Stadtverwaltung und Einrichtungen
  18. Beteiligung und Mitwirkung
  19. Die Erarbeitung der Strategie erfolgt in einem strukturierten Beteiligungsprozess, der die folgenden Gruppen aktiv einbezieht:
    − Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Kultureinrichtungen
    − Nutzer*innen der Einrichtungen
    − Freie und ehrenamtliche Kulturschaffende
    − Kinder und Jugendliche
    − Interessierte Bürger*innen
  20. Der Prozess ist öffentlich zu bewerben und transparent zu dokumentieren, die Ergebnisse fließen systematisch in die Strategie ein.

Einrichtung eines Arbeitskreises „Kultur Aktiv“:

  1. Zur fachlichen und prozessualen Begleitung wird ein Arbeitskreis „KulturDialog“/ „KulturImpuls“ gebildet. Ihm gehören Vertreter*innen folgender Gruppen an:
    − Stadtverwaltung,
    − städtische Kultureinrichtungen,
    − Fördervereine der Einrichtungen,
    − SVV-Fraktionen und Beiräte,
    − freie und ehrenamtliche Kulturschaffende.
  2. Der Arbeitskreis begleitet die Strategieentwicklung beratend und kontinuierlich, gibt Feedback zu Zwischenergebnissen und wirkt an der Qualitätssicherung mit.

Begründung

Die Stadt Falkensee verfügt über vielfältige kulturelle Ressourcen, die maßgeblich zur Lebensqualität, sozialen Teilhabe und Identifikation mit der Stadt beitragen. Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor, Impulsgeber für Bildung, Integration und Innovation – und ein tragender Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung.

Durch die bereits vorliegende SWOT-Analyse liegt eine belastbare Grundlage für die strategische Weiterentwicklung vor. Um diese Potenziale strukturiert, zielgerichtet und zukunftsfähig zu nutzen, bedarf es einer integrierten Kulturstrategie.

Die frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit, der Akteur*innen aus Einrichtungen und der freien Szene stellt sicher, dass die Strategie bedarfsgerecht, breit getragen und nachhaltig wirksam ist. Die Strategie soll die Grundlage sein für künftige Investitionen, Förderanträge und konzeptionelle Weiterentwicklungen – unter besonderer Berücksichtigung von Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030 und der lokalen Gegebenheiten.

Julia Concu

Vorsitzende Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

________________________________________________

Der Antrag wurde am 08.10.2025 im BKSSA beraten. Nach vielfältiger Kritik wurde er von der Fraktion zurückgezogen.